Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie

CMD stammt von lat. cranium für Schädel und mandibula für Unterkiefer ab. Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und –therapie beschreibt die Problematik als Fehlfunktion (Dysfunktion) des Kausystems, wobei im Speziellen die Kaumuskulatur, das Kiefergelenk und die Zahnstellung im Ober- und Unterkiefer betroffen sind.

Bei der CMD geht man von einer auf- und absteigenden Symptomatik aus. Bei der aufsteigenden Kette werden z.B. Seitabweichungen der Wirbelsäule auf die HWS und auf den Kiefer übertragen. Bei der absteigenden Symptomatik werden Zahnprobleme wie z.B. zu hohe Kronen, ein falscher Biss oder eine Zahnfehlstellung auf das Kiefergelenk, von dort dann auf den Nacken, die Schultern und die Wirbelsäule übertragen. Entsprechend den vielfältigen Faktoren die zu einer CMD führen können, ergeben sich für die Physiotherapie Therapieansätze in verschiedenen Körperregionen.

  • HWS, zervikale Muskulatur, zervikale Fascien
  • Schultergürtel, Schultermuskulatur, BWS, Zwerchfell
  • Becken, untere Extremität, Körperstatik
  • Kau- und Hyoidalmuskulatur, Kiefergelenk
  • craniosacrales System
  • Körperhaltung und Körperwahrnehmung

Kopf und Becken bilden die 2 Pole der Wirbelsäule, die sich im harmonischen Kräftegleichgewicht befinden müssen. Verschiedene Ebenen wie Schädeldach, Gaumen, Mundboden, Zwerchfell, Beckenboden, Fußgewölbe und eine vertikale Achse wie Beine und Wirbelsäule bilden die Kraftvektoren die in allen drei Ebenen harmonisch zusammenspielen müssen, um ein stabiles Gefüge erbauen zu können.

Veränderungen der Verzahnung (Okklusion) können zu craniosacralen Dysfunktionen mit nachfolgenden segmentalen Funktionsstörungen der HWS, der LWS und der Beckenstatik führen.

Eine alleinige Behandlung lediglich der Kaumuskulatur und der Okklusion wäre bei CMD Störung nicht ausreichend, da die Wirbelsäule und das Becken als zentrale Koordinations-stelle des Körpers mit einbezogen werden müssen. Umgekehrt ist auch eine Therapie des Rückens alleine meist unbefriedigend.